Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V.

Aus den Projekten: Grüner Hahn

Der Grüne Hahn ist ein, an EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) angelehntes, auf kirchliche Einrichtungen abgestimmtes Umweltmanagementsystem. Im Jahr 2024 wurden nochmals Anpassungen im Prozess vorgenommen, die den Grünen Hahn noch praxisnäher machen. Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V. hat das zum Anlass genommen und am 21. März 2025 zu einer Informationsveranstaltung zum Grünen Hahn eingeladen. Vertreter*innen aus 17 Kirchengemeinden waren gekommen, um sich zu informieren was der Grüne Hahn ist, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um teilzunehmen und natürlich auch wie viel Arbeit und Zeit erforderlich ist bis man zertifiziert werden kann.
Darüber hinaus stellte das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel sein Unterstützungsangebot vor. Kirchengemeinden, die eine Zertifizierung nach dem Grünen Hahn anstreben, können kostenfrei an einem Online-Coaching teilnehmen. Ein zertifizierter Revisor für den Grünen Hahn konnte hierfür gewonnen werden. Also jemand mit Erfahrung, der auch die Hemmnisse und Probleme kennt, die sich dann in der Praxis auftun. Aber eben auch Lösungen hierfür bieten kann. Sieben Online-Termine begleiten die Gemeinden auf dem Weg zur Zertifizierung. Jeweils einmal pro Quartal werden die anstehenden Aufgaben im Grüne Hahn-Prozess beschrieben und Tipps zur Bearbeitung gegeben. Ergänzend gibt es die Möglichkeit einer telefonischen Hilfe sowie der Anfrage per E-Mail. Je mehr Gemeinden das Angebot annehmen umso intensiver kann auch ein Austausch untereinander wahrgenommen werden.

Workshop 1:
Am 3. Juni 2025 fand der erste Workshop statt. Der Coach stellte im Verlauf des Workshops die verschiedenen Schritte vor, die es im Laufe von ca. zwei Jahren zu absolvieren gilt, was zu tun ist, wo man Hilfe bekommen kann und welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Einer der ersten Schritte besteht darin einen Beschluss zu fassen, dass die Gemeinde das Projekt angehen will. Dann sollte man nach Mitgliedern für ein Umweltteam suchen, damit das ganze Projekt nicht zu einer One-Man/Woman Show wird. Schließlich gibt es viele unterschiedliche Themenfelder, die bearbeitet werden müssen. Es gilt Leitlinien zu formulieren, Verbrauchsdaten zu sammeln und auszuwerten und auch Ziele und Maßnahmen zu deren Erreichung zu beschreiben. Nächste wichtige Aufgabe für viele war die Beschlussfassung zur Teilnahme seitens der Gemeinde und dann der Aufbau des Umweltteams.

Workshop 2:
Am 9. September 2025 folgte der zweite Workshop. Hier lag der Fokus auf der Umweltbestandsaufnahme. Die Anforderungen u. a. aus EMAS wurden beschrieben, die Definition der Systemgrenze, also welche Gebäude sollen betrachtet werden, war Thema ebenso die strukturierte Erfassung der Kernindikatoren. Das Ganze war praxisnah und auch mit einem Blick ins Grüne Datenkonto verbunden.

Workshop 3:
Modul 3  beschäftigt sich mit grundlegenden Fragestellungen zur Einschätzung der Umwelt- und Energiepotenziale von Gebäuden und Außenbereichen der Gemeinde, sodass auch Nicht-Fachleute den aktuellen Stand grob bewerten können. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen typischer Energieeinsparpotenziale, der Einordnung des Gebäudezustands sowie auf zentralen rechtlichen Anforderungen als Grundlage für die Ableitung geeigneter Maßnahmen in der Gemeinde.

Workshop 4:
Im Modul 4 zum Grünen Hahn wurde die Bestandsaufnahme typischer Gebäude einer klassischen Kirchengemeinde fortgesetzt. Hierbei lag der Fokus auf der Anlagentechnik und den Möglichkeiten den Stromverbrauch zu reduzieren und den Potenzialen erneuerbarer Energien wie Photovoltaik und Wärmepumpen.

Workshop 5:
Modul 5 widmete sich den fünf Handlungsfeldern – Wasser, Biodiversität, Mobilität, Abfallmanagement und Management. Es wurden Maßnahmen vorgestellt, die zu Verbesserungen in diesen Bereichen beitragen. Sei es Regenwassernutzung zum Blumengießen oder Wassersparende Perlatoren für die Armaturen, Entsiegelungsmaßnahmen oder der Bau von Insektenhotels, Schaffung von Radabstellmöglichkeiten und Auswertung der Fahrtenbücher oder die konsequente Abfalltrennung und fachgerechte Entsorgung von Problemabfällen.
Zudem wurde ein Hilfsmittel vorgestellt, das es erleichtert gemeinsam die Prioritäten der formulierten Maßnahmen festzulegen.

Kirchengemeinden, die bereits nach dem Grünen Hahn zertifiziert sind, berichten, dass das Gemeindeleben bereichert und neu angefacht wurde. Und diejenigen, die die Daten erheben, konnten häufig aufgrund plötzlich stark erhöhter Verbräuche Fehlerquellen aufdecken und nötige Reparaturen veranlassen. Seien es Wasserrohrbrüche oder auch nur vermeintliche Kleinigkeiten, wie eine defekte Klospülung oder eine falsche Heizungssteuerung.

Für Fragen steht Ihnen seitens des Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel e.V. gerne Bernd Bodewing (umweltamt@stadt.koblenz.de, Tel.: 0261/129 1529) zur Verfügung.