Biodiversitätsberatung
Die Veröffentlichung der sog. Krefeldstudie im Jahr 2017 machte auf das dramatische Insektensterben aufmerksam und was dies für den Menschen bedeutet. Dem kann man durch vielfältige Maßnahmen auf öffentlichen und privaten Grünflächen und selbst mit einem Balkonkasten entgegentreten. Die richtige Pflanzenauswahl und Pflege der Flächen kann dazu beitragen, dass neue Lebensräume für Insekten entstehen. Die Pflanzung und Ansaat von bienenfreundlichen Pflanzen reicht allerdings nicht aus. Blüten bieten zwar Nahrung für viele Insekten, aber das ist nur einer von mehreren Bausteinen zum Schutz der Insekten. Die richtige Umgebung für die Eiablage (z.B. Flächen mit freiem Boden, Pflanzenstängel), die passende Nahrung für die Larven und natürlich Überwinterungsmöglichkeiten (z.B. in Pflanzenstängeln) sind ebenso wichtig, damit im folgenden Jahr eine neue Generation diesen Kreislauf fortsetzen kann.
Eine naturnahe Gestaltung der Flächen mit heimischen Pflanzen, die an den Standort angepasst sind und eine Pflege, die auch mal vermeintlich wilde Stellen zulässt, kann einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Insekten und damit der Biodiversität leisten.
Mit einer Biodiversitätsberatung unterstützt das UNK Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen in seinem Wirkungskreis. Schulen und Kitas in kirchlicher Trägerschaft können die Beratung ebenfalls in Anspruch nehmen. Auf Anfrage kommt eine Beraterin in die Kirchengemeinde, schaut sich mit Ihnen die vorhandenen Flächen an, erfasst den aktuellen Pflanzenbestand, ordnet den Standort und die dortigen Bedingungen ein. Schließlich erhalten Sie im Rahmen dieser Impulsberatung Vorschläge, was sie ändern oder verbessern können. Statt Rasenflächen permanent kurz zu halten, kann man ganze Flächen oder auch Teile davon aufwachsen lassen und mäht diese nur noch selten. Das erhöht die Artenvielfalt im Pflanzenbestand und schafft Lebensraum für Insekten. Ebenso lassen sich Schotterflächen wieder in ökologisch wertvolle Grünflächen verwandeln. Und das muss keinen erhöhten Pflegebedarf nach sich ziehen.
Für die Impulsberatung wird ein Eigenanteil in Höhe von 100 € je räumlich zusammenhängendem Objekt (Standort) für Mitglieder des UNK (Nichtmitglieder: 200 €) erhoben.
Fördermöglichkeiten
Seit Frühjahr 2024 werden durch das Förderprogramm „444 – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Maßnahmen zur naturnahen Anlage und Pflege von Grünflächen gefördert. Der Fördersatz beträgt mind. 50%, Kommunen können Fördermittel an kirchliche Institutionen weitergeben.
Besonders attraktiv hieran: Es werden neben Sachkosten auch Personalkosten gefördert. Förderfähig ist auch die Entwicklungspflege, die fremd beauftragt wird, um einen Anwuchserfolg zu erzielen.
Weitere Informationen gibt es hier auf der Seite der KfW.
Fairpachten
Oftmals sind Kirchengemeinden im Besitz von landwirtschaftlichen Flächen, die verpachtet werden. Auch hier gibt es Möglichkeiten gemeinsam mit dem Pächter eine umweltschonendere Bewirtschaftung zu vereinbaren. Mehr dazu erfahren Sie beim Projekt Fairpachten.
